bfg logo
  • bfg München
  • Aktuelles
  • Termine
  • Galerie
  • Informationen
  • Kontakt
  • Schlagzeilen
  • bfg München
  • bfg Bayern
  • Themen aus der Welt
  • Archiv

Die Frohe Prozession im Rückblick

WordPress-User kommentieren die Frohe Prozession
pi kommentiert die Frohe Prozession, dazu der Kommentar von Sarah Jaeckel, bfg-Vorstandsmitglied:
Das ist ein wohl dem rechten Spektrum zuzordnendes "News-Portal", dessen Schwerpunkt in erster Linie im Muslim-Bashing liegt. Allerdings, und das ist erstaunlich, haben sie sie sich mit unserem Anliegen zumindest ansatzweise journalistisch beschäftigt und hauen uns nicht wegen der Kirchenkritik sondern wegen angeblicher Feigheit vor dem "Musel-Feind" in die Pfanne. Trotzdem mal interressant, wie wir vom "Nationalen Spektrum" wahrgenommen werden...
Die katholischen Nachrichten in kreuz.net runden das Bild ab, wie es sich für stramme Gläubige gehört.


Huiuiui - Humanisten hört die Signale!
Ein Kommentar zur „Frohen Prozession“ am 13.05. in München
„Manche Dinge sind so ungeheuerlich, dass man sie nur mit Humor ertragen kann.“ Das meint Michael Schmidt-Salomon, Deutschlands Chef-Atheist (DER SPIEGEL). Und das meinen auch die Vorstände des bfg mÜnchen. Daher riefen sie für 13.05. in der Innenstadt von München zur „Frohen Prozession“ mit Verkleidung, Masken, Musik und Heidenspass auf. Die bunte Demonstration mit an die 300 Menschen aus verschiedenen Vereinen und Organisationen des freigeistigen Spektrums war der Beginn der „Religionsfreien Zone München 2010“ parallel zu den Veranstaltungen des 2. Ökumenischen Kirchentags. Fernsehen, Rundfunk und Presse nahmen großen Anteil an dieser fröhlichen Parade für die Trennung von Staat und Kirche und brachten ihre Notwendigkeit über München hinaus ins öffentliche Bewusstsein. 
Nun, eine öffentliche Kundgebung zur Trennung von Staat und Kirche, zur Kritik an den Kirchen, zur Religionskritik und für die Werte des Humanismus und der Aufklärung wird bestimmt von allen säkularen, ungläubigen, humanistischen Menschen begrüßt. Über 30 Prozent an Konfessionslosen in der Republik sind schließlich nicht mehr zu ignorieren und pochen nachdrücklich auf Abschaffung der Schulkreuze, der Konkordatslehrstühle, der Bezahlung der Bischofsgehälter, des Kirchensteuereinzugs durch den Staat, der Missachtung von Homosexuellen, des christlichen Tendenzschutzes u.s.w. Ihre Stimmen sind mächtiger geworden; schließlich reicht der Katalog der berechtigten Forderungen teilweise über 2000 Jahre zurück! Endlich einmal wieder eine öffentliche Demonstration! Der Aufruf des bfg mÜnchen , parallel zum Kirchentag die „Frohe Prozession“ durchzuführen, wurde daher von über 10 Vereinen und Organisationen überwiegend aus dem säkularen humanistischen und freigeistigen veröffentlicht und in den eigenen Reihen zur Teilnahme und aktiven Unterstützung aufgerufen. 
Ja, aber...? 
Die humanistische Forderung nach Trennung von Staat und Kirche ist kein Monopol einer bestimmten politischen Strömung oder Partei. So sind auch ihre Befürworter und Verfechter in den unterschiedlichsten Parteien, Vereinen und Organisationen beheimatet und bieten bunte Vielfalt. Die Bemühungen, ihnen EINE öffentliche Stimme zu geben, sind dadurch begreiflicherweise erschwert und auch noch nicht wirklich von Erfolg gekrönt. Daher war auch in München zum einen eine bunte Vielfalt zu erwarten zur „Frohen Prozession“. Zum anderen kristallisierte sich aus aktuellem Anlaß ganz berechtigt ein besonderer thematischer Schwerpunkt heraus: die nicht enden wollenden Enthüllungen über Gewalt und Missbrauch in christlichen Einrichtungen! Die Vereinigungen der ehemaligen Heimkinder schlossen sich der „Frohen Prozession“ an und brachten das an ihnen begangene Unrecht – unabhängig der ökumenischen Feierbemühungen - damit deutlich in die Medien. Die nahmen sich erwartungsgemäß der bunten Vielfalt dieser Prozession besonders an. „Der gekreuzigte Penis“ (taz) ist natürlich für die Medienvertreter die öffentlichkeitswirksamere Schlagzeile gegenüber – sagen wir mal – so was wie „Trennung von Staat und Kirche“. Wenn die anreisenden Journalisten, was auch die Regel ist, eher christlich als säkular geprägt sind, dann legen sie den Schwerpunkt ihrer Berichterstattung auf die provokativen, umstrittenen oder meinungsspaltenden Bestandteile der Dinge, über die sie schreiben. In Folge sind die „seriösen“ Veranstaltungen auf der „Religionsfreien Zone“ des bfg mÜnchen und seiner Partner mit Vortrag, Lesung, Diskussion, Musik und Kabarett von der Presse auch gar nicht erst besucht worden. . Ja, aber... war nun gerade aus säkularen Kreisen vereinzelt zu hören, zu sehen und zu lesen. Ja aber?  
Unsere Forderungen nach Trennung von Staat und Kirche und allem, was damit zusammenhängt sind berechtigt. Berechtigt und auch verständlich sind aber auch die Verzweiflung, die Wut, die Enttäuschung und die Hilflosigkeit all derer, die unter den Folgen u.a. der nicht vollzogenen Trennung von Staat und Kirche wirklich gelitten und Schaden genommen haben. Das sind eben ganz besonders die ehemaligen Heimkinder aus christlichen Einrichtungen, die die wenigen Gelegenheiten nutzen, um die Öffentlichkeit über die verschwiegenen Missstände zu informieren. Das Thema Missbrauch überlagerte somit teilweise andere Forderungen der säkularen Humanisten bei der Frohen Prozession. Ja, und?  
Zum einen ist es auch unsere Aufgabe als bfg mÜnchen, sich dieses Themas anzunehmen. Und begreiflich ist wohl auch, dass missbrauchte, gedemütigte und vergewaltigte Menschen ihre Forderungen weniger bedacht und gefällig formuliert in die Öffentlichkeit tragen als Bildungsbürger. Der bfg mÜnchen als Interessenvertretung für alle Konfessionslosen, Zweifler, Agnostiker und Atheisten ist auch keine Kaderpartei, die nur die eigenen Transparente und Plakate zulässt. Zum anderen haben wir – einmal mehr – die Scharen der bedachten, besonnenen, moderaten Befürworter der Trennung von Staat und Kirche bei der Frohen Prozession und bei den Veranstaltungen der Religionsfreien Zone sehr vermisst. Wären sie unserem Aufruf, unsere Forderungen mutig und moderat öffentlich vorzutragen, genauso zahlreich gefolgt, dann hätten sich verzweifelte und besonnene Stimmen in der Öffentlichkeit die Waage gehalten und wohl auch Eingang in die Berichterstattung über uns gefunden. Ein Drittel der Bevölkerung sind nachweislich konfessionslos; ja wo sind sie denn alle gewesen? Was hat sie am Kommen gehindert? Tatsächlich, manche Dinge sind nur mit Humor zu ertragen! Das gilt durchaus auch für die humanistische säkulare Szene! 
Assunta Tammelleo, Vorsitzende des bfg mÜnchen


Zurück