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Wer hat den Schäfflern den Saft abgedreht?

Gespeichert von Michael Wladarsch am 19. April 2014 - 10:10

Hunderte von Touristen wurden am Karfreitag schwer enttäuscht, als sie mittags auf den Schäfflertanz im berühmten Glockenspiel am Münchner Rathaus warteten. Wegen dem an Karfreitag herrschenden Tanz- und Vergnügungsverbot musste auch diese Darbietung ausfallen. Dieses Jahr wurden sie jedoch entschädigt. Aufgerufen vom Gaudiblatt und mit Unterstützung des Bund für Geistesfreiheit München und der Giordano Bruno Stiftung München boten, angeführt von einem punkigem Münchner Kindl und einem riesigen rosa Hasen, eine Tanzeinlage der anderen Art rund um die Mariensäule. Allerdings wird den meisten der anwesenden Chinesen, Koreaner und Japaner der Sinn dieser Aktion verborgen geblieben sein. Es ist auch schwer nachzuvollziehen, dass die gesamte Bevölkerung von Bayern und anderer deutscher Bundesländer eine verordnete Freudlosigkeit zu befolgen hat und den ganzen Tag im Radio schwülstigen Balladen ausgesetzt ist, nur weil einige beharrlich davon ausgehen, dass vor 2000 Jahren jemand hingerichtet wurde.

Es geht hier nicht darum „einmal im Jahr auf Tanzen und Saufen“ zu verzichten - Besinnlichkeit und Innehalten ist etwas sehr Förderliches - sondern um die zugrundeliegende Motivation. Sicher gibt es gute Argumente am Todestag von Einstein, Camus oder Michelangelo traurig zu sein und über die Endlichkeit nachzudenken, die Dominanz oder Allgemeingültigkeit einer einzelnen Denk- oder Glaubensrichtung darf es jedoch nicht geben. So setzten die circa 40 Aktivisten auf dem Münchner Marienplatz mit der Tanzgaudi ein Zeichen für Gleichstellung und Meinungsfreiheit nach dem Motto „Ich lass Dich beten, Du lässt mich tanzen“ auch wenn es von vielen mit Kopfschütteln und Unverständnis quittiert wurde. Toleranz kann nicht nur eingefordert, sondern muss auch gewährt werden.

Die Klage des bfg München zum Tanzverbot vor dem Bundes Verfassungsgericht steht in diesem Jahr zur Entscheidung an.

Michael Wladarsch, bfg München  

Fotocredits: 84 GHz, Andreas Sturm

 

Kommentare

Wir hatten in Regensburg einen Januarrekord bei den Kirchenaustritten. Es traten über 1,6 Promille der Mitglieder (mit Haupt- oder Nebenwohnsitz) aus den beiden Kirchensteuerkirchen aus! Dieses Jahr könnte eine regelrechte Austrittswelle bringen, da in Zukunft die Banken Kirchensteuer auf Zinserträge an die überquellenden Geldsäcke der Kirchen überweisen müssen. Joachim Datko - Physiker, Philosoph Forum für eine faire, soziale Marktwirtschaft http://www.monopole.de

Was heißt das denn in konkreten Zahlen? Ich kann mir unter 1,6 Promille ausser starke Kopfschmerzen nichts vorstellen ; ))

Hallo Michael, die Stadt Regensburg betreibt eine ausführliche Statistikseite im Internet: http://www.statistik.regensburg.de/menue/informationen_u_zahlen.php Dort findet man im Themenbereich Kirchenein- und Kirchenaustritte für den Januar 2014 140 Austritte r.-k. 44 Austritte ev. Im Themenbereich: Bevölkerungsstand, Wohnsitz, ... Religion findet man insgesamt 109.164 Mitglieder ev. + r.k 1 Promille sind 109,164 Mitglieder 184 Ausgetretene : 109,164 -> 1,68... Promille Die Zahl ist dramatisch, da es ja nur 1 Monat ist, es ist ein Januarrekord.

Hallo Michael, ich hatte hier schon die Zahlen angegeben. Da ist etwas schief gelaufen, daher nochmal: 109.164 Kirchenmitglieder mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in Regensburg. 109,164 entsprechen 1 Promille 184 Kirchenaustritte ev. + r.-k. im Januar 2014 -> 1,686 Promille, in nur einem Monat

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