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150 Jahre §218 StGB – Es reicht!

Zuletzt aktualisiert von presse am 14. Mai 2021 - 18:12
Protestaktion am Georg- Freundorfer-Platz in München

Vor 150 Jahren, am 15. Mai 1871 wurde der §218 ins Reichstrafgesetzbuch aufgenommen. Seitdem kämpfen Frauen* für die Abschaffung dieses Paragraphen. Denn noch heute sind Schwangerschaftsabbrüche nach §218 StGB eine Straftat. Zahlreiche Organisationen fordern deswegen am 15. Mai: "Weg mit §218 StGB!" Auch in Bayern finden mehrere Aktionen statt. In München gibt es eine Protestaktion am Georg-Freundorfer-Platz.
 

Dass Frauen*, die sich in einer Schwangerschaftskonfliktsituation befinden und sich eventuell für die Beendigung einer Schwangerschaft entscheiden, aktuell stigmatisiert, verängstigt und von guter medizinischer Versorgung abgeschnitten werden, ist bayernweit von der Großstadt bis hin zur kleinen Ortschaft ein Problem. Mit dem Aktionstag wollen deutschlandweit Initiativen, Vereine und Parteien auch auf die immer schlechter werdende medizinische Versorgung von ungewollt Schwangeren aufmerksam machen.
 
Zunächst können Interessierte ab 13 Uhr bei einer über das Westend-Viertel verteilten Stadtrallye Informationen rund ums Thema erhalten. Die anschließende Abschlusskundgebung findet um 15:30 am Georg-Freundorfer-Platz statt.
 
Um ein bayernweites Statement zu setzen, werden am Samstag vielerorts Menschenketten gebildet. Auch in München soll unter Einhaltung der geltenden Hygieneabstände durch Kleiderbügeln als Bindeglieder, ein Zeichen gesetzt werden für die Streichung von §218 StGB.

Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung macht in Zusammenarbeit mit der Kritischen Medizin München einen Stand am Gollierplatz. Ab 13:00 finden Sie hier:
• Vorführung einer Papaya-Übung zum Thema Abtreibung
• Quiz zu verschiedenen Abtreibungsmythen
• Sammlung der vielfältigen Aspekte von sexueller Selbstbestimmung
 
Weitere beteiligte Initiativen sind: Courage, Antifa Stammtisch München, GEW Fachgruppe, Sozialpädagogische Berufe, niunamenos.
 
Damit sollen Informationen zu den Themen: medizinische Versorgungslage, rechtliche Gegebenheiten, rechter Antifeminismus und Fundamentalist:innen, Unterstützung von Müttern und Familien mit Kindern mit Behinderungen, Internationale Frauen*kämpfe gegen Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und vielen mehr anbieten.
 
Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung München ist ein partei- und initiativenübergreifener Zusammenschluss, der sich für reproduktive und sexuelle Selbstbestimmung einsetzt und Widerstand gegen konservative, antifeministische und queerfeindliche Ideologien leistet. Menschen sollen diskriminierungsfrei über ihre Familienplanung und ihr Sexualleben entscheiden können. Das Recht auf legale und sichere Schwangerschaftsabbrüche ist hierfür essentiell.
 
Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung fordert:
 

 • uneingeschränkten Zugang zu frei verfügbaren Informationen zu, sowie der Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen und somit die Streichung der §218 und §219a aus dem Strafgesetzbuch.
• soziale und ökonomische staatliche Unterstützung und die notwendige Infrastruktur für alle, die sich für ein Kind entscheiden, damit sie ihre eigene
Lebensplanung aufrechterhalten können.
• eine Sexualaufklärung, die es allen ermöglicht, sich in sexueller Selbstbestimmtheit zu entwickeln
 
Das Bündnis wird aktuell von folgenden Gruppen organisiert und unterstützt: Kritische Medizin München, Slutwalk München, DGB Jugend München, Die PARTEI München, Die LINKE München, Bündnis Weg mit §218, Love me gender, Die Grünen München, Grüne Jugend München, WUT Kollektiv, Münchner Fachforum für Mädchen*arbeit, pia – pro familia in action, Frauenstreik München.