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DIE LINKE und die Religionsfreie Zone - Diskussionsstand

Zuletzt aktualisiert von bfg-muenchen am 6. Mai 2010 - 2:00

Zur aktuellen Diskussion um die Teilnahme an der "Religionsfreien Zone München":

 

Frank Heinze von der Linken (Vorsitzender Kreisverband, Mitglied Landesverbad DIE LINKE, Mitglied im Bund für Geistesfreiheit Erlangen e.v. und in der Giordano-Bruno-Stiftung) fragt, warum DIE LINKE sich nicht auch säkular engagiert:

Zum Kirchentag in München vom 12-16. Mai betreibt DIE LINKE einen Infostand. Nun ja. Über die Notwendigkeit kann man diskutieren.Dieser Kirchentag  wird auch noch aus öffentlichen Steuergeldern die auch von Konfessionslosen gezahlt werden)subventioniert.

Als Gegenveranstaltung und zum Protest organisieren die humanistischen, säkularen und freigeistigen Verbände die sog. "Religionsfreie Zone". Dort ist DIE LINKE nicht vertreten. Warum nicht? Wir haben sicher wesentlich mehr Atheisten, Agnostiker und kirchenkritische Mitglieder und Wähler als Gläubige. Ein Grundprinzip unseres Selbstverständnisses ist auch der Säkularismus.

Ich verweise auf die PM des humanistischen Pressedienstes: http://hpd.de/node/9424 und bitte darum zu prüfen, ob dieser einseitig parteiergreifende Zustand nicht kurzfristig behoben werden kann.

 

Harald Weinberg, Bundestagsmitglied von der Linken sagt zu dem Engagement:

Die Initiative dieses Standes ging aus von den "Christen in der LINKEN", die diesen Stand auch selber organisiert haben.

Nun hat niemand die Agnostiker, Atheisten, säkularen Mitglieder und/oder Initiativen in dieser Partei daran gehindert, einen ähnlichen Stand in der "religionsfreien Zone" zu machen, oder dies noch zu tun. Allerdings müssten jene Mitglieder/Initiativen zumindest so viel eigenes Engagement aufbringen, wie unsere ChristInnen (sagt man das so?)

Unabhängig davon, dass man das Engagement unserer ChristInnen schätzen kann, bleibt die Frage der politischen Haltung zur Trennung von Staat und Kirche zu diskutieren und zu entscheiden...

 

Assunta Tammelleo (bfg-mÜnchen-Vorsitzende und Organisatorin der Religionsfreien Zone) spricht ermutigende Worte:  

Wer auch immer uns trotz seiner linken Parteizugehörigkeit unterstützen möchte bei unseren Aktivitäten während des ÖKT, der/die ist herzlich dazu eingeladen. ...( Infos gibt es hier unter Aktuell und Termine) ... mit der herzlichen Bitte um weitläufige Weiterleitung und möglichst zahlreiche aktive Unterstützung! Schließlich gibt es in absehbarer Zukunft kaum bessere Gelegenheiten für die nachdrückliche Forderung der Trennung von Staat und Kirche!

 

Günter Greger (Mitglied im Kreisverband München und im IBKA) äußert seine Meinung zum E-Mail Schriftverkehr mit der Vorsitzenden des „Bundes für Geistesfreiheit“ (bfg) Assunta Tammelleo: Prinzipiell unterstütze ich das Anliegen des BFG, bin jedoch der Meinung, mit Infoständen der Religionslosen werden wir die  Teilnehmer des Kirchentages, die ja bekennende Christen sind, schwerlich  erreichen. Da können die Christen in unserer Partei, unter gleichgesinnten, wahrscheinlich leichter unsere politischen Grundeinstellungen vermitteln. In unser Partei sind sowohl progressive kirchliche, wie auch strikt freidenkerische Gruppierungen möglich. - Außerdem fordert er eine Änderung im Entwurf zum Parteiprogramm der LINKEN: dort soll nicht stehen "Kirche und Stat sind getrennt" sondern als Textvorschlag: "Wir setzen uns konsequent für die Trennung von Staat und Kirche/Religion ein und verlangen den Abbau gesetzlicher Privilegien und Sonderstellungen von Kirchen und Religionsgemeinschaften als Verpflichtung des Staates zur weltanschaulichen und religiösen Neutralität." Link zu Einzelheiten:

http://www.ibka.org/infos/privilegien.html

http://www.freitag.de/community/blogs/matthias-schumacher/der-glaube-verteilt-steuergelder

Assunta Tammelleo (bfg-mÜnchen-Vorsitzende und Organisatorin der Religionsfreien Zone) kommentiert das so: Wenn ich das also richtig verstanden habe, dann sollen die Christen in der LINKEN mit ihrem Info-Stand den Christen auf dem Kirchentag die Notwendigkeit der Trennung von Kirche und Staat beibringen. Na, wenn das mal gut geht ;-))). Aber eine durchaus witzige Idee, auf die ich niemals gekommen wäre!