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Internationale Humanisten-Tagung 2017 in London

Zuletzt aktualisiert von bfg Erlangen am 16. August 2017 - 12:47
UN-Sonderberichterstatterin Karima Bennoune bei ihrer Londoner Rede über "Religiösen Extremismus und Intoleranz" © Foto: Wolf-Jürgen Aßmus

Auf Einladung der International Humanist and Ethical Union ("IHEU"), die sich als weltweite Dachorganisation atheistischer, humanistischer, skeptischer sowie säkularer Interessengruppen versteht, war auch der bfg Erlangen als registrierte Mitgliedsorganisation an deren Generalversammlung am ersten August-Wochenende 2017 in London vertreten, in deren Rahmen die Organisation sich u.a. den neuen "griffigeren" Namen "Humanists International" gab.

 

Generalversammlung der
International Humanist & Ethical Youth Union,
Professionelles Training und Regionaltreffen

Die mehrtägige Tagung war bereits am Freitag mit der Generalversammlung der Jugendorganisation IHEYO eröffnet worden, die sich in zahlreichen Vorträgen und Diskussionen über die "Entwicklung vom Christen zum Humanisten", den Folgen des "Glaubensabfalls im 21. Jahrhundert" sowie "Hiobsbotschaften und Mitdenken in den Medien" speziell den Fragen und Problemen Jugendlicher widmete. Parallel dazu fanden sich berufsmäßig tätige Humanisten wie Lehrer, Erzieher und "Seelsorger" zu einem speziellen Trainingstag über den Umgang u.a. mit Ritualen und Zeremonien in verschiedenen Lebenssituationen zusammen, während Teilnehmer aus den drei Weltregionen Afrika, Asien und Lateinamerika Gelegenheit hatten, einander zu treffen und ihre spezifischen Probleme und Strategien miteinander auszutauschen.

 

Konferenz über vielfältige Probleme des Humanismus

Am Samstag hatte die British Humanist Association (BHA) alias "Humanists UK" (British Humanist Association [BHA]) dann zu einer gut besuchten zentralen Konferenz über den zunehmenden "Populismus, Extremismus und deren Bedrohungen für Säkularismus, Demokratie und Menschenrechte" eingeladen, für die sie zahlreiche hochkarätige Experten aus aller Welt als Referenten gewinnen konnte.


Ein anspruchsvolles Motto für eine hochkarätig besetzte Tagung

David Pollock - Repräsentant der IHEU beim Europarat und früherer Vorsitzender der einladenden "Humanists UK" - sowie Andrew Copson - Präsident der IHEU und Vorsitzender der "Humanists UK" - eröffneten die Vortrags- und Diskussionsreihe mit hoffnungsvollen, zugleich aber auch nachdenklich stimmenden Aspekten zur aktuellen teils lebensgefährlichen Situation von Humanisten in verschiedenen Ländern nicht nur Asiens und Afrikas, sondern zunehmend auch in Ländern des vermeintlich aufgeklärten "Westens" - dem ehemaligen "Ostblock" bis zu den USA.


  David Pollock           Andrew Copson                    © Fotos: WJ Aßmus

Neben den im Rahmen der Veranstaltung zur Sprache gekommenen teils unlösbar erscheinenden Problemen des heutigen Humanismus sollte die Konferenz vor allem auch überzeugende und zielführende Lösungsansätze aufzeigen.

Naheliegende Ursachen für die Schwierigkeiten des Humanismus entdeckten die beiden Sprecher des ersten Podiums im Phänomen des Anwachsens der sog. populistischen Parteien und dem damit verbreitet einhergehenden vereinfachend selbstbezogenen Nationalismus im Kontrast zu den komplexen Zusammenhängen internationaler Zusammenarbeit sowie den allgemeinen Menschenrechten.


Dr. Angelos Chryssogelos & Dr. Emilia Palonen

Dr. Angelos Chryssogelos lehrt seit seinem Studium in den Niederlanden und Griechenland, dem Heimatland der Demokratie, am Londoner King's College für europäische und internationale Studien europäische Politik mit dem Schwerpunkt Demokratie und Populismus. Er ist heute auch Lehrbeauftragter des Brüsseler Martens Center und des Londoner Chatham House für Internationale Angelegenheiten. In seinem Vortrag "Nationalismus und Populismus: Unvermeidliche Begleitumstände der Demokratie?" suchte er beide Entwicklungen zunächst als unvermeidliche, da nicht unzulässige Merkmale von Demokratien aufzuzeigen, die nicht zuletzt durch die Führungskrise innerhalb der EU und die daraus resultierende Politikmüdigkeit vieler EU-Bürger entstanden ist.
Dr. Emilia Palonen, politische Aktivistin und - neben weiteren Aufgaben wie im Vorstand der Finnischen Gesellschaft politischer Wissenschaften - auch leitende Dozentin der Politikwissenschaften an der Universität von Helsinki, analysierte in ihrem Beitrag aktuelle Tendenzen: "Der Januskopf des Populismus erhebt (erneut) den Anspruch auf Nation und Demokratie". Sie zog dafür ihre zahlreichen Studien heran (siehe auch ihre kurze Video-Begriffsdefinition des Populismus auf ihrer Webseite!), in denen sie sich mit den vielfältigen Auswirkungen des Populismus auseinander setzt, angefangen mit der Parteienlandschaft vor ihrer eigenen finnischen Haustür und zuletzt über die sich teils überschlagenden Entwicklungen in unserem Nachbarland Polen, die schließlich sogar die Regeln der Demokratie außer Kraft gesetzt haben.

Die unübersehbaren Kernprobleme vor allem aus zahlreichen Religionen, die mit ihren intolerant-fundamentalistischen und oftmals extremistischen Interpretationen die nicht nur von Humanisten beanspruchte Religions- und Glaubensfreiheit und auch die kulturelle Freiheit in Frage stellen, wenn nicht sogar deren Nichtbefolgung mit dem Tode bedrohen, waren Gegenstand der zweiten - interessanter Weise rein weiblich (und erfreulich kämpferisch!) besetzten - Vortrags- und Gesprächsrunde.


Auf dem Podium zum Thema "Religiöser Extremismus und Intoleranz": Gita Sahgal, Moderatorin Joan Smith, Prof. Karima Bennoune und Dr. Elizabeth O'Casey (v.l.n.r.) © Foto: WJ Aßmus

Unter den zahlreichen hochkarätigen Experten aus aller Welt mit ihren tief beeindruckenden und bewegenden Reden blieb besonders die der engagierten aus Algerien stammenden Professorin für Internationales Recht an der Universität von Kalifornien Karima Bennoune (siehe auch das Titelfoto) in der Erinnerung haften, die 2015 zur UN-Sonderberichterstatterin für kulturelle Rechte berufen wurde, die in London über den Themenkreis "Religiöser Extremismus und Illiberalismus" referierte, ein Vortrag der hoffentlich bald ebenso auf YouTube zu sehen sein wird wie ihr legendärer TED-Auftritt zum selben Thema im britischen Exeter 2014.
Unter nachstehendem Link finden sich zahlreiche weitere sehenswerte YouTube Clips, in der Karima ebenfalls von ihrem bewundernswerten und mutigen Kampf gegen fundamentale Ideologien berichtet.

Mit ihrem literarischen Hauptwerk "Your Fatwa Does Not Apply Here" ("Eure Fatwa (islamisches 'Rechtsgutachten') gilt hier nicht - Unerzählte Geschichten vom Kampf gegen den muslimischen Fundamentalismus") landete Karima erstmals bereits 2013 an der Spitze der sozialwissenschaftlichen Literaturliste der Gesellschaft Amerikanischer Bibliothekare, 2014 folgte eine weitere Würdigung mit dem renommierten Dayton Friedens-Sachbuch-Preis. Zum Buch ist auch eine zusätzliche Hörbuch-Fassung erhältlich; ein Zeitpunkt für die Herausgabe einer deutschsprachigen Ausgabe ist jedoch leider nicht bekannt.

Weitere Titel um den säkularen Kampf selbst im "Westen" sowie zur nuklearen Abrüstung sind Gemeinschaftsprojekte mehrerer Autorinnen und teils mehrsprachig auch in deutscher Sprache erhältlich.

Darüber hinaus setzt sich Karima Bennoune auch mit journalistischen Beiträgen in der internationalen Presse - von der New York Times über den Guardian und die Huffington Post bis zu Al Jazeera - für ihre Anliegen ein, begleitet von Fernsehauftritten bei CNN, Fox Business News, MSNBC und im australischen Fernsehen wie auch bei BBC und anderen nationalen Radiostationen.

Dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen legte Karima Bennoune am 3. März sowie am 10. März dieses Jahres ihren vorerst letzten Bericht über den Einfluss fundamentalistischer und extremistischer Kräfte auf die freie Ausübung kultureller Rechte vor. Zu ihrem für Oktober geplanten Bericht vor demselben Gremium - dann mit dem Schwerpunkt "Frauenrechte" - nimmt sie gerne noch Erfahrungsberichte entgegen.

Der Videoclip zum vorstehenden Standbild zeigt ebenfalls Karima Bennoune - diesmal bei der Vorlage ihres Berichts vor den Vereinten Nationen in New York City am 27. Oktober 2016.

Ihr Hauptaugenmerk richtet Karima Bennoune bisher vornehmlich auf Länder wie Ägypten, Afghanistan, Bangladesh, Fiji, Libanon, Mali, Niger, Pakistan, Serbien und Kosovo, Südthailand sowie Tunesien und Zypern.

Mit dem Verhältnis zwischen Populismus, Tradions-gebundenen und Religions-nahen autoritären Regierungssystemen setzte sich im Anschluss  Dr. Elizabeth O'Casey auseinander, die sich seit Januar 2016 bei der IHEU als Verantwortliche für Überzeugungsarbeit ("Director of Advocacy") engagiert. Ihre Hauptaufgaben sieht sie in der Verteidung der Religions- und Glaubensfreiheit, des Rechts auf freie Meinungsäußerung, LGBT- sowie Frauenrechten, insbesondere in Bezug auf religiöse, traditionelle und kulturelle Bräuche. Es geht dabei vor allem um die Auseinandersetzung mit populistischen Kräften, die sich der Realität, der Komplexität der Welt, persönlichen Freiheiten und der Idee der offenen Gesellschaft verweigern. Diese Verweigerung bedroht bislang geschützte politische und gesellschaftliche Freiheiten, was fast überall mit dem Wiederaufleben einer vergessen geglaubten religiösen Vorherrschaft bis hin zum Extremismus einhergeht. Sind der anwachsende islamische Extremismus in der arabischen Welt und in Südostasien, christlicher Extremismus im Westen, das Aufkommen "traditioneller Werte" und Putins Russland Anzeichen ein- und derselben weltweiten Entwicklung?
Mit einem Klick auf das große Foto gelangt man zu einem sehenswerten YouTube-Clip, bei dem Elizabeth O'Casey über weltweite Fälle von Blasphemie berichtet.

Zum Schluss der Podiumsrunde berichtete Gita Sahgal, die Geschäftsführerin des Centre for Secular Space ("Zentrum für säkulare Freiheiten"), Schriftstellerin, Dokumentarfilmerin und Mitherausgeberin der "Ablehnung der Heiligen Orden: Frauen und Fundamentalismus in Großbritannien" über ihre derzeitige bewundernswerte Arbeit, bei der sie sich mit dem lebensbedrohlichen "Hindu-Nationalismus" beschäftigt, der in ganz Indien - dem Land der heiligen Kühe! - vor allem Muslime terrorisiert, die als "Beefeaters" geächtet werden. Sie hat außerdem über Geschlechterfragen, Fundamentalismus und Menschenrechte für die amerikanische Gesellschaft für Völkerrecht, Frauen unter moslemischen Gesetzen und OpenDemocracy geschrieben und hat während des Bangladesch Befreiungskriegs Dokumentarfilme über Zwangsheirat und Menschenrechtsverletzungen gedreht. Sie war ein Mitglied von Southall Black Sisters und Mitbegründerin von "Frauen gegen Fundamentalismus" und Awaaz: South Asia Watch. Sie war zudem Eröffnungsleiterin des Referates für Geschlechterfragen bei Amnesty International, verließ diese jedoch bald aufgrund "unüberbrückbarer Differenzen" wegen deren Kontakten zu einer salafistisch-jihadistischen Verteidigungsgruppe in Großbritannien.
Der Klick auf Gita Saghals Foto führt zu einer denkwürdigen Rede (13') zum Thema "Wer hat Angst vor dem Säkularismus?" im Centre for Secular Space.

 

Die Suche nach praktikablen Lösungsansätzen

Die Lösungsansätze für die angesprochenen Probleme des Humanismus gestalten sich erwartungsgemäß schwierig, wie sich aus den nachfolgenden Vortrags- und Diskussionsrunden erwies. Aber die nachfolgenden Referenten zeigten dennoch Hoffnungsschimmer auf, dass der Humanismus der "unheiligen Allianz aus Populismus und religiösem Extremismus" nicht vollkommen schutzlos ausgeliefert ist:

Das erste "Problemlöser"-Podium verwies hierzu vorrangig auf die Kraft der "Menschenrechte", wozu Dr. Petra Bárd bei ihrem Vortrag über das "Europäische Recht als Werkzeug einer wehrhaften Demokratie" zunächst die entsprechenden Klauseln der EU-Verfassung ins Gespräch brachte. Darin sind die Anerkennung der naturgegebenen Würde und der gleichberechtigten und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der menschlichen Gattung als Grundlage der Freiheit, der Gerechtigkeit und des Friedens in der Welt festgeschrieben.
Bárd ist Leiterin der Strafrechtsabteilung des nationalen ungarischen Instituts für Kriminalpolitik und Lektorin für EU-Verfassungsrecht am Institut für Rechtswissenschaften an der privaten Budapester Central European University, deren drohende Schließung angesichts der selbstherrlichen politischen Verhältnisse im Land leider nicht überraschend käme ...

Bob Churchill hatte für seinen Beitrag Informationen über die weltweite Gedankenfreiheit zusammengetragen, was für ihn als Verantwortlicher für Kommunikation der IHEU-Aktivitäten an Humanisten sowie der Vermittlung der Konzepte und Praxis des Humanismus an die breite Öffentlichkeit ein naheliegendes Thema ist. Diese werden ihm auch für sein Medien-Engagement und die Weiterentwicklung der Web-Präsenz nützlich sein. Darin hat er dem bislang in seiner Verantwortung entstandenen, allerdings nur in Papierform vorliegenden "Freedom of Thought Report" soeben einen Online-Auftritt verpasst, der die hierbei wesentliche Aktualität der länderspezifischen Informationen verbessert.

Als UN-Sonderberichterstatter für Religions- und Glaubensfreiheit lag Dr. Ahmed Shaheed, seit 2010 auch Mitglied des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen, das Thema der Veranstaltung erwartungsgemäß besonders nahe.
Nach der erfolgreichen Befriedung der Balkanstaaten ernannte ihn der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen 2011 zum Sonderberichterstatter zur Situation der Menschenrechte in der Islamischen Republik Iran, die ihm als "Agenten des CIA und Israels" seither jedoch die Einreise verweigert. Als international anerkannter Experte für Außenpolitik und Diplomatie hatte er sich bereits frühzeitig mit seinem Engagement für Demokratisierung und Menschenrechts-Reformen vor allem in den islamischen Staaten verdient gemacht, angefangen in seiner Position als Außenminister der Republik Malediven. Dort hatte er in seiner Regierungsverantwortung entscheidend zur friedlichen Überleitung seines Heimatlandes von einer dreißigjährigen Autokratie mit weit verbreiteten Menschenrechtsverletzungen zu einer islamisch geprägten Demokratie beigetragen, die sich jedoch aufgrund starker Anfeindungen seitens islamisch-konservativer Kräfte letztendlich nicht durchsetzen ließen (siehe auch den eingangs verlinkten Wikipedia-Eintrag).
Vor diesem Hintergrund hatte er sein Vortragsthema "Einsatz für die Achtung der Religions- oder Glaubensfreiheit als Voraussetzung zur Stärkung der Menschenrechte" nur folgerichtig gewählt.

Ob auch das Zauberwort der allseits als großartiger politischer Idee gelobten "Demokratie" dem bedrängten Humanismus als Stütze taugt, damit setzte sich das nächste "Podium der Lösungen" auseinander. Den Anfang machte Sophie Gaston, die sich als Verantwortliche für internationale Projekte und Partnerschaften beim Londoner Gesellschaftsfragen-Think-Tank "Demos" bereits einen Namen gemacht hat. In ihrem Vortrag analysierte sie, ob die heutige gesellschaftliche Entwicklung eher eine "demokratische Renaissance oder einen Rückfall" in vordemokratische Zeiten erwarten lasse. Gaston, die Forschung und Veranstaltungen zu globalen politischen Tendenzen und sozialem Wandel leitet, konzentriert sich in ihrer Arbeit besonders auf die Themen Populismus, Liberalismus und das Verhältnis von Medien und Politik und koordiniert seit kurzem ein europaweites Projekt zur Kultur und Politik der zunehmend geschürten Angst in Europa.

Mit unmissverständlichen Worten beleuchtete Dr. Brian Klaas in seinem Vortrag über den "Lehrling des Despoten: Demokratie in Zeiten Trumps" zahlreiche misslungene Demokratien und das viel zu oft torpedierte prinzipiell gleiche Wahlrecht aller Bürger. Bei seiner weltweiten Beobachtung von Demokratien, des demokratischen Wandels, aber auch politischer Gewalt und Unbeständigkeit und insbesondere von Staatsstreichen und Bürgerkriegen, blickte er auch auf eigene Erfahrungen als ehemaliger Wahlkampfberater von US-Präsidenten sowie seine häufigen Analysen der Medienberichterstattung zur US-amerikanischen Innen- und Außenpolitik zurück. Dabei griff er auch seine provokante Schrift "Des Despoten Komplize: Wie der Westen den Verfall der Demokratie anstiftet und unterstützt" sowie das in Kürze mit ihm als Ko-Autor erscheinende Buch "Wie man eine Wahl fälscht" ("How to Rig an Election") auf.

Zum Abschluss der Runde wagte Yascha Mounk einen Gedankenausflug: "Wie können wir die freiheitliche Demokratie retten?", an dessen Ende sich Demokratie und Liberalismus oftmals wie zwei Antipoden auseinander bewegen entweder zu einer 'unfreien Demokratie' oder einem 'undemokratischen Liberalismus'. Mounk, geborener Münchner, der seine Sorgen um den weltweiten Zerfall auch in seinem Buch "Der Zerfall der Demokratie: Wie der Populismus den Rechtsstaat bedroht" beschrieb, verließ Deutschland für ein Studium in Cambridge. Mittlerweile lebt er in New York, wo er an der Harvard University politische Theorie und vergleichende Politik unterrichtet. Daneben schreibt er als freier Publizist regelmäßig für Zeitungen, u.a. die New York Times, das Wall Street Journal und Die Zeit.


Ein sehenswertes Interview mit CNN fasst seine Erfahrungen mit den Erwartungen der Menschen an "ihre" Demokratie, aber auch ihre Enttäuschungen zusammen.

 

Fazit

Die Konferenz konnte die Probleme des Humanismus der heutigen Zeit zwar nicht lösen, sollte jedoch allen Teilnehmern und vor allem den verantwortlichen Politikern täglich ins Bewusstsein rufen, dass es gilt, die Warnzeichen des Fundamentalismus frühzeitig zu erkennen und ihm entschieden entgegen zu treten und sich dabei aller sinnvoller Mittel zu bedienen, wenn dieser immer wieder und aus allen Religionen heraus entsteht.

  • Fundamentalisten "argumentieren" stets, Kultur zu bewahren, während sie in Wahrheit Kultur(en) zerstören!
     
  • Selbst wenn Extremismus regelmäßig mit Radikalisierung, Gewalt und Missbrauch verbunden ist, rechtfertigt keine Form von Extremismus irgendeine andere!

 

Generalversammlung der
International Humanist & Ethical Union

Bei der Eröffnungsrede zur IHEU-Generalversammlung kam am Sonntag nochmals der erfahrene UN-Sonderberichterstatter zur Religions- und Glaubensfreiheit, Dr. Ahmed Shaheed zu Wort, der seit 2010 auch Mitglied des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen und daneben Gründer und Vorsitzender des Genfer Menschenrechts-"Think-Tanks" Universal Rights Group ist. Dabei empfahl er, Hassparolen ("hate speech") stets mit positiven Worten ("better speech") zu begegnen, allerdings auch Forderungen nach religiöser Unterwerfung nicht nachzugeben, selbst wenn die Gräueltaten gegen Freidenker in letzter Zeit bedenklich zugenommen hätten. Aufhorchen ließ seine Feststellung, dass die Delegierten der Vereinten Nationen in New York der Thematik "Menschenrechte" merklich ablehnender, wenn nicht sogar feindlicher ("hostile") gegenüberständen als an ihrem Genfer Sitz.

Die Generalversammlung fand nach zahlreichen Beschlüssen - u.a. über die eingangs erwähnte Umbenennung der Organisation in "Humanists International" - ihr Ende. Abschließend informierte der Vorstand die Mitglieder über die nächste Zusammenkunft, die vom 3.-6. August 2018 in Auckland / Neuseeland stattfinden soll.

 

Videoclips der Veranstaltung

Der Veranstalter hat auf Nachfrage angekündigt, Videoclips der einzelnen hier angesprochenen Redebeiträge kurzfristig in seinen YouTube-Channel hochladen zu wollen, die wir dann ebenfalls nach Veröffentlichung mit Linksymbolen zeitnah in diesen Beitrag einbinden werden. Als kleiner Teaser aus den zahlreichen sehenswerten Channel-Beiträgen sei der von Stephen Fry gesprochene Animations-Clip "How can I be happy?" (ebenso wie zahlreiche andere aus derselben Serie!) empfohlen - eine wunderbare Erklärung der Lebenseinstellung von Humanisten!