Sie sind hier

Keine Ehre dem Kriegsverbrecher!

Zuletzt aktualisiert von presse am 10. Oktober 2019 - 8:02

Wie man die Fraueninsel im Chiemsee endlich vom "Ehrenkreuz" des Nazikriegsverbrechers Alfred Jodl auf dem Klosterfriedhof befreien könnte: Das erläutert Prof. Dr. Klaus Weber, Fraktionssprecher der Linken im Bezirkstag in einem Interview mit Radio Lora München.

Für die Fraueninsel im Chiemsee dürfte es ein Novum gewesen sein. Am 21. Juli 2019, hatten der Aktionskünstler Wolfram Kastner und viele Unterstützerinnen und Unterstützer auf der Fraueninsel demonstriert. Sie protestierten dagegen, dass auf dem Klosterfriedhof weiterhin ein "Ehrenkreuz" für den Kriegsverbrecher Alfred Jodl steht, der als Chef des Wehrmachtführungsstabes für hunderttausende ermordeter Menschen verantwortlich war und 1946 im Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher verurteilt und anschließend hingerichtet wurde.
Trotz mehrerer Petitionen, kritischer Presseberichte und eines Beschlusses der Gemeinde Chiemsee das Grabnutzungsrecht nicht zu verlängern, hat das Verwaltungsgericht München Anfang April 2019 entschieden, dass das Steinkreuz weitere 20 Jahre bestehen bleiben darf. Kastner reichte daraufhin Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht ein. 
Die LINKE im Bezirkstag von Oberbayern möchte sich nun dafür einsetzen, dass die Gemeinde Chiemsee endlich das Gedenken an Jodl unterbindet. Dazu hat Prof. Dr. Klaus Weber, Fraktionssprecher der Linken im Bezirkstag einen Brief an den Bürgermeister der Chiemseegemeinde geschrieben.
Weber verweist darin auf die Friedhofssatzung, in der stehe, dass der Friedhof allein „der Beisetzung aller Personen, die bei ihrem Tode in der Gemeinde Chiemsee ihren Hauptwohnsitz hatten.“ diene. Das treffe bei Jodl aber nicht zu. Hinzukommt: Jodl liegt auf dem Friedhof auch nicht begraben, sondern nach seiner Hinrichtung wurde seine Asche in einem Seitenarm der Isar gestreut. Damit könnte nun aus Sicht von Weber die Gemeinde problemlos auf die Streichung des Namens auf dem Grabstein bestehen. Warum das nicht geschieht und welche Fragen die Linke noch an den Bürgermeister gestellt hat, darüber hat Radio LORA München mit Klaus Weber gesprochen.