Sie sind hier

Kriegspropaganda in Stein - Das Giesinger Kriegerdenkmal

Zuletzt aktualisiert von presse am 21. September 2021 - 17:08
Städtisches Kriegsmonument in München-Giesing

Die Initiative Giesing Denk(t)mal hat sich vorgenommen, das Kriegerdenkmal vor der Heilig-Kreuz-Kirche in Giesing, auf dem sich militaristisch-nationalistische Phrasen aus dem Jahr 1929 finden, in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt München und der Münchner Stadtgesellschaft in ein Friedensdenkmal umzuwidmen. Wir zitieren aus einer aktuellen Mitteilung der Initiative:
 
„Das städtische Kriegsmonument in München-Giesing stellt eine Verharmlosung der maschinellen Tötung von Millionen Soldaten und Zivilpersonen, sowie der Kriegsverbrechen im Krieg 1914-18 und der faktischen Militärdiktatur (Ludendorffs und Hindenburgs) dar. Diese Verharmlosung des Mordens und die nachträgliche geschichtsfälschende Sinnstiftung sind bildhaft religiös und mit militaristischen Texten auf vier Seiten in Stein gemeißelt."

In der Tat! Zum Beispiel ist dort zu lesen: „Zu stetem Gedächtnis und in Dankbarkeit den toten Helden von Ober- und Untergiesing“ oder „Für dein Vaterland ließen sie ihr Leben, sie starben für dich!“

Weiter mit der Mitteilung der Initiative: „Von Trauer um die Getöteten und von Friedenswillen keine Spur. Mit unserem konkreten Projekt 'Giesing Denk(t)mal' wollen wir aktuell und zumindest temporär der Verharmlosung des Militarismus abhelfen. 
 
Wir begrüßen, dass das Kulturreferat aufgrund unserer Anregung am 13. Oktober 2021 um 19 Uhr zu einer Veranstaltung „PAST STATEMENTS. Das Kriegerdenkmal Giesing in der Diskussion“ in der Lutherkirche (Bergstraße 3) einlädt. Die steinerne Kriegspropaganda ist allerdings bisher ein sehr gegenwärtiges und kein vergangenes/PAST Statement, da es bis 2020 von der Stadt alljährlich mit einem Ehrenkranz dekoriert wurde. Wir hoffen sehr, dass diese Verzierung des militaristischen Monuments 2021 und künftig unterbleibt.

Eigentlich hätte das Kriegsmonument entsprechend der Kontrollratsdirektive 30 der Alliierten von 1945, die gemäß GG Art. 139 weiterhin gilt, längst entfernt werden müssen. Etwas befremdlich erscheint uns, dass für die Teilnahme an der Diskussion vier VertreterInnen der Stadt mit Beiträgen vorgesehen sind, aber kein/e einzige/r kompetente/r Künstler/Künstlerin.

Da die 'Teilnahmezahl begrenzt' ist, wird eine baldige Anmeldung unter stadtgeschichte@muenchen.de empfohlen."

Der Bund für Geistesfreiheit München hat schon mehrmals über die Initiative Giesing Denk(t)mal berichtet: Offener Brief an den Oberbürgermeister, Verpackungs- und Verhüllungsaktion am Kriegerdenkmal und Konzeptentwurf für das Kriegerdenkmal abgelehnt.