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Lesung und Ausstellungseröffnung: Bonschab – ein Name auf den Tod?

Zuletzt aktualisiert von presse am 5. Juli 2020 - 14:54
Das Verhör- und Folterprotokoll der Eichstätter Gastwirtin und Bürgermeisterfrau Ursula Bonschab

Wolfram P. Kastner und Claus-Peter Lieckfeld lesen am 9. August aus dem Verhör- und Folterprotokoll der Eichstätter Gastwirtin und Bürgermeisterfrau Ursula Bonschab im Museum Das Jurahaus in Eichstätt. Die Gastwirtin und Bürgermeisterfrau Ursula Bonschab wurde im Alter von 36 Jahren am 16. März 1627 von den Eichstätter „Hexen“jägern des Fürstbischofs Westerstetten gefangen genommen, verhört, gefoltert, ausgeraubt, als „Hexe“ verurteilt, mit dem Schwert „justifiziert“ und zu Asche verbrannt. Ihre Eltern und ihr Mann wurden ebenfalls verfolgt und hingerichtet – insgesamt 10 Familienmitglieder.
Der Bund für Geistesfreiheit München unterstützt Lesung und Ausstellung in Eichstätt.
 

Das ausführliche Protokoll des Verhörs, der Folter und das Todesurteil sind in alter Schrift in Archiven erhalten und wurden von Wolfram P. Kastner transkribiert. Die beiden Gestalter und Kuratoren der Ausstellung „wegen HEXEREY“ 2017 in Eichstätt lesen aus diesen Dokumenten vor und zeigen sie in einer kleinen Ausstellung. Die Lesung am Sonntag, 9. August, beginnt um 16.00 Uhr im Museum  Das Jurahaus, Rotkreuzgasse 17, 85072 Eichstätt.

Anschließend wird die Ausstellung von Wolfram P. Kastner "BischofsMacht und HexenMord" - Lithografien zur Verfolgung sogenannter Hexen  um 17.30 Uhr eröffnet. Die Ausstellung kann Dienstag, Mittwoch 9-12, Donnerstag, Freitag 14-17 und Sonntag 14-16 Uhr besichtigt werden.


Claus-Peter Lieckfeld und Wolfram P. Kastner

Wolfram P. Kastner, in München geboren, malt Bilder, macht Ausstellungen, erforscht Geschichte und zeigt auch im öffentlichen Raum Kunst, die sich einmischt und mitunter stört; Kunst, die sichtbar macht, was sonst nicht zu sehen ist. Seine Kunst bewirkt Nachdenken und Diskussion, Widerspruch, Verbote, selten Morddrohungen und Strafanzeigen. Neben seinen Interventionen und Aktionen in der Öffentlichkeit zu politischen Themen wie Gewalt, Ausgrenzung und Militarisierung entstehen Installationen, Objekte und witzige, bissige aber auch schöne Bilder, Grafik, Zeichnungen, Objekte, Säulenfotos, KulturBeutel, NotfallUhren, Zeit, Aktien.

Claus-Peter Lieckfeld, aufgewachsen am Nordrand der Lüneburger Heide, studierte in Hamburg Deutsch und Sozialkunde, war Reporter beim NDR, langjährig Redakteur bei Horst Sterns natur und später beim WWF-Verlag pro natur. Lieckfeld schrieb für GEO, Merian, SZ-Magazin und andere Medien. Er textete für Dieter Hildebrandt und Lore Lorentz, schrieb historische Romane (zuletzt "Anwalt der Hexen" und "Die Flucht des Großen Jägers“) und verfasste viele Sachbücher, unter anderen: Tatort Wald, More than Honey, Wandlungskünstler (Metamorphose der Insekten). Für seinen Roman "427" erhielt er den deutschen Science Fiction-Preis.

Hexenjäger von Wolfram P. Kastner