Sie sind hier

Queere Menschen strukturell besser schützen

Zuletzt aktualisiert von presse am 17. Mai 2021 - 10:14
Markus Apel vom LSVD Bayern

Am Internationalen Tag gegen Homosexuellen-, Bisexuellen-, Inter- und Trans-Feindlichkeit (IDAHOBIT) setzen Menschen weltweit Zeichen für die Menschenrechte von LSBTIQ*. Für Vielfalt und Freiheit. Auch in Bayern wird sowohl auf historische Erfolge, als auch auf die nach wie vor bedrohliche Lage für LSBTIQ* hingewiesen. Einige Bayerische Landesverbände fordern mehr Anerkennung und gesicherte Strukturen für LSBTIQ* in Bayern - gerade angesichts der Corona-Pandemie.

Denn die Corona-Pandemie hat nicht alle gleichermaßen getroffen. Kinder- und Jugendliche, besonders queere, litten stark unter den staatlichen und persönlichen Schutzmaßnahmen. Nach der Pandemie müssen Beratungs- und Selbsthilfeangebote bedarfsgerecht und nachhaltig ausgebaut werden.

Dazu erklärt Markus Apel aus dem Landesvorstand des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD) Bayern: „LSBTIQ* sind aufgrund von Minderheitenstress und Diskriminierung einer erhöhten Gefahr ausgesetzt, psychisch zu erkranken. Gerade junge Menschen, haben seit Jahrzehnten ein vielfach höheres Suizid-Risiko als andere Gleichaltrige. Wer daran etwas ändern möchte, muss zum einen die gesundheitlichen und sozialen Bedürfnisse dieser Menschen ernstnehmen und zum anderen dafür sorgen, dass Hilfsangebote nachhaltig wirken.“

„Viele bayerische LSBTIQ*-Vereine und -Verbände bieten Beratungen und Selbsthilfegruppen an. Diese Angebote konnten in der Pandemie nicht mehr wie gewohnt stattfinden, sondern mussten an die, sich regelmäßig verändernden, Infektionsschutzmaßnahmen angepasst werden. Dies bedeutete einen hohen Organisationsaufwand und einen Mehrbedarf an technischer Ausstattung, der nur teilweise aufgefangen werden konnte. Der Freistaat Bayern ist hier in der Pflicht, diese Strukturen entsprechend zu sichern“, erklärt Petra Weitzel, Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti).

Der Bayerische Jugendring (BJR) kooperiert mit dem LSVD und der dgti, um die wichtige Vernetzung unterschiedlicher Anlauf- und Beratungsstellen weiter voranzubringen. „Es ist unser aller Aufgabe, hilfe- und beratungssuchenden LSBTIQ*-Personen jeglichen Alters vielfältige Angebote für eine selbstbestimmte Persönlichkeitsentwicklung zu bieten und die individuellen Lebensstile bestmöglich zu unterstützen. Schließlich ist eine plurale und diversitätsoffene Gesellschaft eine Bereicherung für alle.“, teilt Matthias Fack, Präsident des BJR, mit.